6. Honfleur in der Normandie

Nach ca. 600km haben wir unser erstes Etappenziel, Honfleur in der Normandie, erreicht. Die begrüßende Sehenswürdigkeit, die man buchstäblich erfährt, ist die Pont de Normandie. Diese Brücke verbindet die beiden Ufer der Seine, die hier in den Ärmelkanal mündet. Die Brücke ist verkehrsreich und laut, trotzdem von anmutiger Schönheit. Die Architekten dieser 1995 fertiggestellten Brücke haben etwas entworfen, das zweckmäßig und verkehrsentlastend ist, sich aber elegant in die Landschaft einfügt und einen schönen Kontrast zu den Hafenanlagen bildet.

Honfleur ist einfach zauberhaft. Wunderschöne alte Häuser, enge Gässchen, kopfsteingepflasterte Straßen, ein Juwel an der Côte de Fleuri. Vor vielen Jahren waren wir schon einmal für eine Woche hier. Erleichtert haben wir festgestellt, dass der Ort nichts von seinem Charme verloren hat. Wir sind an einem Samstag hier angekommen, was man sofort gemerkt hat. Unzählige Tagestouristen und Wochenendausflügler, viele aus Paris, waren auf den Straßen unterwegs. Das schöne Wetter tat ein Übriges und schließlich, wo es schön ist, ist man meist nicht alleine.

Das von uns gebuchte Hotel war eher nicht so der Burner. Ein Ibis aus der Budget-Reihe, was man ihm auch anmerkte. Waschbecken im Schlafzimmer! Ich habe keine Ahnung, was sich Architekten dabei denken? Gottseidank waren die Dusche und das Klo in einem abgetrennten Raum. Der Frühstücksraum war winzig und morgens überfüllt. Pandémie? Qu’est-ce que c’est? Na ja, wir hatten ohnehin nicht vor, darin zu frühstücken.

Wir frühstücken übrigens nie in französischen Hotels und auch nicht in Restaurants. In Frankreich gibt es an jeder Ecke Bäckereien mit wunderbaren Croissants, in allen Formen und Variationen, dazu ein Café crème, an einem Stehtisch eingenommen und mit Franzosen über das Wetter plaudern….

Frankreich ist nicht gerade bekannt für seine Frühstücke. Meist nur Kaffee und Croissants, auch in Hotels und Restaurants. In größeren Hotels werden auch Käse, Wurst und Eier angeboten. Das ist eine Konzession an die Touristen. Mit Frankreich hat das nichts zu tun.

Die Lage des Hotels war gut. Stadtnahe und gegenüber, auf einer Landzunge, ein kostengünstiger Parkplatz. Wir konnten bequem zu Fuß ins Zentrum.

Wir sind Bummler. Stundenlang streuseln wir durch Straßen und Gassen ohne, dass es uns jemals zu viel wird. Diejenigen Sehenswürdigkeiten des Ortes, die wir in der Vergangenheit schon einmal besucht hatten, konnten wir auslassen. Das sollte man natürlich nicht machen, wenn man zum ersten Mal hier ist. Die Stadt hat viel zu bieten. Eine alte Holzkirche, Sainte- Catherine, die Maisons Eric Satie, das Musée Eugène Boudin und unzählige Ateliers. Honfleur gilt als die Wiege des Impressionismus.

Der Hauptanziehungspunkt und zentrale Ort des Städtchens, ist das alte Hafenbecken, Vieux Bassin. Unter Ludwig XIV erbaut, ist dieses Kleinod einer der malerischsten Orte, die man sich vorstellen kann. Eingerahmt wird er von würdevollen alten Häusern die fast alle, Cafès und Restaurants beherbergen. Sitzt man auf einem dieser Stühle und schaut mit einem Glas Wein vor sich auf die schaukelnden Boote mit der unvergleichlichen Kulisse kann man sich vorstellen, dass dieser Platz über Jahrhunderte hinweg, Menschen fasziniert und bezaubert hat.

Mein Tipp für einen schönen Spaziergang, ist der Jardin des Personnalités. Am Meer gelegen, ist er in zahlreiche Themengärten aufgeteilt. Hier findet man in jedem dieser Gärten die Büsten von Künstlern, die irgendeinen Bezug zu Honfleur hatten.

Es gibt zwar rund um das Vieux Bassin jede Menge Restaurants, aber leider von eher durchschnittlicher Qualität. Besser ist es, hier einen Apéro zu trinken, dem bunten Treiben zuzusehen, um dann anschließend in den kleinen Gassen der Stadt nach einem Restaurant Ausschau zu halten. Das Essen, das wir in dem hier gezeigten Restaurant hatten, war gleich der Haupttreffer unseres Urlaubs.

Am nächsten Tag, montags, hatte sich die Stadt schon merklich geleert. Anfang September ist immer der berühmte Rentrée. Das ist nicht nur das Ende der Ferien und die Aufnahme des Schulbetriebs, sondern auch die Rückkehr der Arbeitnehmer- und geber an ihren Arbeitsplatz….alle zur gleichen Zeit. Im Juli und August wird in Frankreich Urlaub gemacht, gerne im eigenen Land. Viele Geschäfte und Gastronomiebetriebe, vor allem in den Städten, sind geschlossen. Die Strände des Landes sind überfüllt und Unterkünfte schwer, oder oft nur überteuert zu bekommen. Kann man es einrichten, ist die beste Urlaubszeit entweder in Mai/Juni, oder nach dem Rentrée.

Wir haben uns etwas sentimental von Honfleur verabschiedet und zu unserem nächsten Etappenziel aufgemacht…..

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