7. Der Mont St-Michel

Das zweite Teilstück unserer Route

Der nächste Stopp auf unserer Reise in die Bretagne war der Mont St-Michel. Wir befanden uns noch immer in der Normandie und brauchten knapp zwei Stunden, um den Parkplatz des Klosterbergs zu erreichen.

Der Mont St-Michel

Obwohl ich schon sehr oft in Frankreich war habe ich es doch nie geschafft, den Mont St-Michel zu besuchen. Auf der Strecke lag er auch diesmal nicht. Den Umweg hatten wir fest eingeplant, aber nicht das Wetter. Es war sehr heiß an diesem Tag, was leider meine Stimmung etwas trübte, weil ich mit hohen Temperaturen nicht gut umgehen kann.

Die Strecke dahin war ausreichend beschildert, was nicht verwundert, gehört der Mont St. Michel doch zu den Hauptsehenswürdigkeiten Frankreichs. Mit drei Millionen Besuchern jährlich, ist dieses erlauchte Mitglied des „UNESCO Kulturerbes der Menschheit“, das zweithäufigste besuchte Ziel in Frankreich. Nur der Eiffelturm übertrifft an Besuchern den Klosterberg.

Wegen des Fernblicks lohnt es sich, kurz vor dem Ziel, am Straßenrand einen Stopp einzulegen. Dieser erste Blick auf den Berg hat mich für einen Moment verstummen lassen (passiert bei mir nicht allzu oft). Der Anblick ist überwältigend. Zum Mont St-Michel ist schon alles gesagt und beschrieben worden, daher erspare ich mir die Attribute.

Der Parkplatz wurde relativ neu angelegt ( gebührenpflichtig! ) und bietet ausreichend Raum für die Touristenmassen, die sich netterweise in der Nachsaison ausgedünnt hatten. Es ist hilfreich, wenn man sich die Standplatznummer einprägt, oder aufschreibt. Das erspart einem, wie bei uns, die lange Suche, nicht nach der verlorenen Zeit, aber nach dem verlorenen Auto.

Der Weg zum Berg, ungefähr 30 Minuten Fußweg, führt über einen langen Damm. Ich sollte unbedingt erwähnen, dass er keinerlei Schatten bietet. Da ich schon gleich nach Ankunft total durchgeschwitzte Rückkehrer beobachtet hatte ahnte ich schon, dass es bei 30°C im Schatten herausfordernd wird.

Durch meinen Beruf habe ich ein zwiespältiges Verhältnis zur Sonne entwickelt. Zu oft wurden mir in der Apotheke ihre Schattenseiten gezeigt. Ein Regenschirm war daher ein hilfreicher Begleiter. Vom Infocenter aus fährt in regelmäßigen Abständen ein Shuttlebus. Da heißt es dann, sich in einer lange Reihe hinten anzustellen. Da das Warten auf den Bus fast genauso lange dauert wie der Anmarsch, gehen die Meisten zu Fuß. Die Ameisenstraße der vielen Besucher erinnerte mich an einen Pilgerzug. Trotz des anstrengenden Weges unter gleißender Sonne würde ich es immer wieder so machen, weil man die Aussicht auf den Klosterberg ausgiebig genießen kann.

Ameisenstraße der Besucher
Ein Schirm ist vielseitig verwendbar

Hat man die neue Brücke erreicht, ist der Weg fast geschafft. Diese wurde gleichzeitig mit dem Abtragen des Treibsands gebaut und passt sich mit ihren filigranen Stelzen der Landschaft an. Heute steht der Mont St-Michel wieder im Wasser. Der Sand rund um den Berg wurde abgetragen, um ihn vor der drohenden Verlandung zu bewahren. Bei Flut zeigt sich die Insel von ihrer schönsten Seite. Vom Wasser umspült und in Sonnenlicht getaucht, ist der majestätische Anblick beinahe unwirklich.

Ist das Ziel erreicht, stellt sich schlagartig Ernüchterung ein. Es tut mir leid, das hier zu schreiben, aber innerhalb des Berges ist es wie auf einer Kirmes. Menschenmassen schieben sich durch die steilen, engen Straßen. Geschäfte mit Geschenkekitsch und Restaurants liegen am Weg. Den sehenswerten Kreuzgang haben wir dann ausgelassen und sind schnell wieder zurück.

Ist genug Zeit vorhanden lohnt es sich auf jeden Fall, auch die Wattlandschaft wahrzunehmen. Da ist Weite und nur der Wind, das ferne Rauschen des Meeres und das Rufen der Möwen unterbrechen die Stille. Ich dachte an die lange, wechselvolle Geschichte dieses Klosterberges und an die vielen Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte vielleicht von der gleichen Stelle aus diesen Anblick in sich aufgenommen haben. Was für ein magischer Ort!

Landschaft rund um den Mont St-Michel

Es war ein überaus anstrengender und überaus erfüllender Ausflug. Wir waren verschwitzt und geschafft, als wir endlich unser Auto erreichten (klar, auch in der prallen Sonne) und vor uns lag noch eine lange Autofahrt, denn wir wollten noch bis zum Abend in der Bretagne ankommen…..

1 Kommentar

  1. Caligari sagt:

    Definitiv für mich einer der Höhepunkte des ganzen Urlaubs! Atemberaubend und spektakulär! Ein unvergessliches Erlebnis 😍!!!

    Gefällt 1 Person

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