„Reisezeit“
Ein paar Sätze zu unseren Erfahrungen bezüglich der Reisezeit.
Wir bemühen uns immer, außerhalb der französischen Sommerferien unsere Frankreichurlaube zu verbringen. Diese sind acht Wochen im Juli und August. Nach dem ersten Wochenende im September ist Rentrée. Franzosen kehren dann in die Schulen und an ihre Arbeitsplätze zurück. Schlagartig wird Urlaub machen in Frankreich entspannender.
Die Hauptsaison hat den Nachteil, dass es an allen Orten sehr voll ist. Franzosen verbringen ihren Urlaub gerne im eigenen Land. Dazu gesellen sich noch Touristen aus aller Welt, was die Preise stark ansteigen läßt. Im Jahr 2024 sind wir erstmalig in der Hauptsaison in die Bretagne gefahren, etwas, das wir in Zukunft vermeiden werden. Wenn es wegen der Familiensituation nicht möglich ist außerhalb der Saison den Urlaub zu verbringen ist es zwingend notwendig, vorher zu buchen bzw. zu reservieren.
Das gilt für Ferienwohnungen und Häuser genau so wie für Hotels und Campingplätze!!
Selbstverständlich kann sich nicht jeder die Reisezeit aussuchen. Wenn man auf die Schulferien angewiesen ist stellt sich die Reisezeitfrage nicht. Kann man es einrichten in den Herbstferien zu verreisen, sind die Preise schon merklich günstiger als im Hochsommer.
Überall auf der Welt sind die Preise während der Hauptsaison höher, als in der Nebensaison. Frankreich ist keine Ausnahme und hebt die Preise dementsprechend an, teilweise auf das Doppelte.
Vorher zu reservieren ist in der Saison, auch wegen der Auswahlmöglichkeiten, unabdingbar. Beliebte Ferienregionen sind schneller ausgebucht als die etwas abseits gelegeneren Landstriche. Auch ist die Côte d’Azur überlaufener als das Landesinnere. Trotzdem ist es empfehlenswert, selbst hier die Unterkünfte im voraus zu buchen.
Die schönen Küsten Frankreichs sind bei Campern sehr beliebt. Nach dem Motto „Verlasse dein Haus nicht, nimm es mit“, bewegt sich eine Caravan-Karawane in den Sommermonaten Richtung Meer und zu den reizvollen Wäldern des grünen Hinterlandes. Die Campingplätze sind dann voll bis überfüllt. Auf ,gut Glück‘ einen Stellplatz zu bekommen ist unwahrscheinlich.
An- und Abreisetag in der Hauptsaison ist der Samstag. Das sollte mitbedacht werden, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Die Autobahnen sind voller, wenngleich wir noch nie in einen Stau geraten sind. Überfüllt sind samstags gerne die Rastplätze. Tatsächlich ist es uns in der Hauptsaison, passiert, dass wir keinen Parkplatz gefunden haben und weiter suchen mussten.
Unsere bevorzugte Region in der Bretagne ist auch in der Hauptreisezeit nicht ganz so voll. Durch die eher dünne Besiedlung verteilen sich die Urlauber besser als in den bekannten Orten, nur an den Strände und touristischen Highlights kann es voller sein.
Das Wetter in der Bretagne ist launisch. Manchmal regnet es recht heftig und es kann im Hochsommer kühl sein. Auch pfeift der Wind oft und gerne und macht Sonnenhungrigen das Leben schwer. Für Sonnensucher ist der Süden Frankreichs die bessere Wahl.
Südfrankreich ist im Sommer eine sichere Wetterbank. Warme Tage reichen oft bis in den November hinein und selbst im Winter ist das Klima überwiegend klar und mild.
Es sei denn, man erlebt einen Mistral. Trocken, kalt und stark sind die Attribute, die dem Mistral anhaften. Dieser überaus heftige Fallwind kommt in Südfrankreich nicht selten vor und lähmt das öffentliche Leben. An der östlichen Côte d’Azur wird er kaum wahrgenommen, weil die Seealpen den Wind aufhalten. Die Provence und die Côte d‘ Azur sind ihm leider ausgesetzt. Es kann sein, dass dieser gefürchtete Geselle eine ganze Woche wütet und mit extrem starken Böen daherkommt. Heutzutage wird ziemlich genau vorhergesagt, wann ein Mistral zu erwarten ist. Diesen heftigen Wind sollte man ernst nehmen, denn während er wütet kann man Outdooraktivitäten vergessen. Es gibt unendlich viele Mistral Stories, nicht nur dass er den Urlaub beeinträchtigt, auch, dass er auf das Gemüt schlägt und die Leute mürrisch und quengelig macht.
Wettermäßig hatten wir in der Bretagne schon alles, nur noch keinen Schnee. Á propos Schnee, es gibt eine große Anzahl von Urlaubern, die ihre Winterferien in der Bretagne verbringen, viele über Weihnachten und den Jahreswechsel. Ist tatsächlich dann eine Art Hauptsaison. Ich stelle mir das sehr schön vor. Man kann am Strand spazieren gehen und auf das Meer schauen, die fahle Wintersonne genießen und warm eingepackt auf der Terrasse ein heißes Getränk schlürfen.
Vielleicht sollte ich das einmal ausprobieren.