Frankreichurlaub Provence September 2022

„Teil 3/ Luberon“

„Ein gutes Jahr“ ist ein Film von 2006, entstanden nach einem Roman von Peter Mayle und einer meiner Lieblingsfilme. Merkwürdigerweise wird er vom Mann als „Schmonzette“ bezeichnet. Liegt wahrscheinlich da dran, weil es eine Schmonzette ist…aber eine schöne, vielleicht die schönste, die ich kenne. Sie ist definitiv der Grund, warum wir im gleichen Jahr das erste Mal in die Provence gefahren sind und uns in das Land verliebt haben. Einer der Filmschauplätze ist das Dorf ‚Gordes‘ und das drei Kilometer entfernte Weingut ‚La Canorgue‘

Das Weingut La Canorgue

Da mein Geburtstag in unseren Urlaub fiel und ich damit einen Wunsch frei hatte, musste ich nicht lange nachdenken, einen Ausflug in den ‚Luberon‘ zu wählen. Das ist die Gegend, die ich als Bilderbuchprovence bezeichne. Im Schatten dieser Hügelkette wird alles geboten, was man sich so unter Provence vorstellt: wunderschöne alte Dörfer, Lavendelfelder, Weinberge, sanfte Hügel, malerische Olivenhaine und und und. Die Orte Oppède, Menerbes, Bonnieux. Lourmarin, Cucuron usw. sind Sehnsuchtsorte und schon der Gedanke daran lässt mich im Geiste die Koffer packen und losfahren.

Schon 2006 war die Provence kein Geheimtipp mehr. Touristen aus aller Welt werden Jahr für Jahr von der Schönheit dieser Gegend angezogen und verlassen sie wieder mit Ölkanistern, Tischdecken, Keramiken, Lavendelprodukten, Wein und der Versicherung, im nächsten Jahr ganz bestimmt wiederzukommen. Wir sind da keine Ausnahme. Es fällt leicht, sich dem besonderen Reiz der Provence hinzugeben. Tatsächlich haben wir schon einmal laut darüber nachgedacht, dass dies ein Land ist, welches man sich als Wohnsitz gut vorstellen kann. Aber das ist natürlich eine Illusion. Sollte jemand mit dem Gedanke spielen sich dort niederlassen zu wollen, braucht es schon mehr, als ein normales Einkommen.

Gordes ist ein Ort, der einem schon bei der Anfahrt fast die Sprache verschlägt. Die Häuser sind am Hang gebaut und schauen weit über eine grüne, üppige Ebene. Es wurde extra ein Aussichtspunkt eingerichtet, weil die staunenden Touristen mit ihren Autos sonst die Straße blockieren. Ich finde den Blick von außen auf Gordes schöner, als den Ort selbst. Nicht falsch verstehen, auch innerhalb seiner Mauern ist Gordes ein Traum, aber die Touristenscharen, die sich täglich durch die Straßen schieben, sind schon gewaltig. Entsprechend werden die Preisen angepasst. Wie bei fast allen touristischen Attraktionen, wird es leichter, wenn man das Zentrum verlässt und abseits der Straßen auf Entdeckungstour geht. Vorher bitte nicht versäumen, sich ein Lavendeleis auf der Hauptstraße zu kaufen. Das ist einfach köstlich.

Gordes
Lavendeleis

Viele Szenen aus dem oben erwähnten Film wurden in Gordes gedreht. Sollte sich jemand dafür interessieren: das zentrale Café von Marion Cotillard als Fanny Chenal, liegt gleich neben der Kirche am Ortseingang und existiert tatsächlich, einschließlich Brunnen.

Das Restaurant

Die zentrale Handlung des Film spielt sich jedoch auf ‚La Canorgue‘ ab, das in dem Film anders heißt. Wegen des unglaublichen Tourihypes, den der Film ausgelöst hat, ist das alte Wohnhaus nicht mehr zu besichtigen, auch nicht die Zufahrt dahin. In einem Gebäude neueren Datums mit Verkaufsraum, kann man den Wein der Domain verkosten und erwerben. Besuchen darf man auch den Garten mit Bäumen, Blumen, Teich und einigen Weinstöcken.

Garten mit Weinberg

Der Wein ‚Coin Perdu‘ (CP) spielt im Film eine große Rolle. Ist er doch der Tropfen, mit dem Russell Crowe seine Angebetete beeindrucken konnte. ‚Coin Perdu‘ wird immer noch produziert. Ein edler, roter Biowein, der großartig schmeckt. In jedem Jahr, in dem wir ‚La Canorgue‘ besuchen, nehmen wir eine Flasche mit nach Hause um sie am darauffolgenden Weihnachtsfest zu leeren und an den vergangenen Sommer zu denken.

Le Coin Perdu

Wahrscheinlich muss man wirklich den Film angeschaut haben um ermessen zu können, wie die Atmosphäre dort ist. Im Film heißt es, dass es ein Zauberort ist und noch Jahre später wirkt dieser Zauber auf die Besucher. Das alte Gebäude liegt etwas erhöht und man kann von unten darauf schauen. Es wurde nicht aufgehübscht und schlummert friedlich in der provenzalischen Sonne. Heute wird es nicht mehr bewohnt und die Fensterläden sind teilweise geschlossen. Wenn man es noch nicht gemerkt hat…ich finde das Haus wunderschön, so wie es ist. Wäre es renoviert würde bestimmt die besondere Ausstrahlung verloren gehen.

Das alte Wohnhaus

Ein weiterer Filmschauplatz ist das Dorf ‚Cucuron‘. Ein etwas verschlafenes Nest mit einem großen ummauerten Teich im Zentrum. Lange nicht so touristisch wie Gordes, liegt es etwas abseits der Besucherströme. Rund um den Teich gibt es einige Cafés und Restaurants. Für mich ist es der Platz an den ich sofort denke, wenn ich die Provence vor mir sehe. Wir haben schon unzählige Stunden da verbracht, träge im Schatten der Platanen in einem Café sitzend bei einem Glas Wein unter der milden Sonne der Provence.

L’étang de Cucuron

PS. Ist natürlich keine Werbung, weder für ein Produkt, noch für den Film!