Frankreichurlaub Provence September 2022

„Teil 2/ Camargue“

Circa eine Autostunde von Maussane entfernt liegt die Camargue (Parc Naturel Régional de Camargue) ein großes Naturschutzgebiet. So alt wie ich dachte, ist es noch nicht. Erst 1970 wurde es zur Naturschutzzone erklärt. Viele Gebiete der Camargue sind nicht zugänglich, zum Schutz der dort angesiedelten Tiere. Dem Autofahrer sind Grenzen gesetzt, obwohl die meisten Touristen mit dem Auto anreisen. Es wird empfohlen, mit dem Rad, dem Schiff oder zu Fuß die Gegend zu erkunden. Aber die Camargue ist groß und die Frage, wo man am besten anhält, um dann zu Fuß weiter zu gehen, sollte man sich vorher überlegen.

Die Orte ‚Aigues-Mortes und ‚Les Stes-Maries‘ sind schön, auch der Küstenort ‚Saintes- Marie-de-la-Mer‘ ist reizvoll, brauchen aber einiges an Zeit, sie zu besichtigen Wir haben auf einen Besuch verzichtet (ist für’s Wiederkommen) und haben uns entschieden, am ‚Etang de Vaccarés ‚unseren Ausflug zu starten. Man kann mit dem Auto nur ein kleines Stück direkt See am entlang fahren. ‚La Capalière‘ war unsere erste Station. Das dortige Informationszentrum hat einen interessanten Museumsbereich, der eine Einführung über die reiche Natur der Camargue bietet. Im Außenbereich des Museums befindet sich ein Lehrpfad mit einigen Beobachtungspunkten, von denen aus man einiges an Vögeln und Wassertieren beobachten kann. Am Ende des Besuchs haben wir noch als Souvenir das hier überall angebotene Meersalz (Fleur de Sel) gekauft. Immer wenn wir in Frankreich sind, kaufen wir dieses besondere Salz. Unsere Vorräte würden nun auch für die nächste Pandemie reichen.

Auf unserem weiteren Weg haben wir entschieden, einfach dort anzuhalten, wo es schön ist. Es war ein sonniger, windstiller Tag und eine Luft wie Samt und Seide. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass wir durch das Einatmen der salzhaltigen Luft, eine Gratiskur für die oberen Luftwege mitgeliefert bekommen.

Da erst einmal das Auto geparkt werden wollte, haben wir es an einem Weg abgestellt, wo schon zwei andere Autos standen und sind einfach in Richtung Wasser marschiert. Eine kleine Straße führte uns geradewegs zu Seen und Sumpfgebieten, deren Namen ich mir nicht gemerkt habe. Alles war still und friedlich. Nur der Gesang der Vögle und von mir nicht zuzuordnenden Tieren war zu hören. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn noch eines dieser weißen Camarguepferde vorbei galoppiert wäre. War aber leider keines in Sicht. Dafür haben wir Flamingos gesehen. Ich habe mich die ganze Zeit über nicht mehr eingekriegt und konnte mich vor lauter Ahs und Ohs den Rest des Tages nicht mehr beruhigen. Nun sind Flamingos in der Camargue sicher keine Überraschung, trotzdem gelten sie als extrem scheu und es ist nicht selbstverständlich, dass wir relativ nah heran kommen konnten. Ein Fernrohr wäre nützlich gewesen, aber das hatten wir nicht. Ich habe die Flamingos bestimmt eine Mio Male fotografiert… alles die gleichen Bilder, aber sicher ist sicher und zuhause kann man immer noch löschen.

Es fiel uns schwer, von diesem wunderbaren Weg Abschied zu nehmen. Wir sind sehr lange dort gewandert in dem Bewusstsein, dass wir ein magisches Stück Natur erleben durften und dafür eigentlich alles andere verpasst haben (wie ich schon schrieb…ist für’s Wiederkommen)

Auf dem weiteren Weg sind noch zwei Salzsalinen vor uns aufgetaucht, die mit ihren riesigen Salzbecken und imposanten Salzbergen einen Stopp wert waren. An der ‚Salin-de-Giraud‘ gibt es einen Salzberg, den man besteigen kann und der eine Aussicht auf die Meerwassersalinen bietet. Es ist eine riesige Welt in weiß und beeindruckend anzuschauen.

Da es hier schon nach Meer roch, war ein Abstecher naheliegend. Auf einem schmalen Damm führte uns der Weg ans Mittelmeer. Das Schöne an der Nachsaison ist, dass die Strände, wo sich im Sommer die Touristen stapeln, fast menschenleer sind. Auf Schwimmen waren wir nicht eingestellt, aber die Stille und das sanfte Rauschen der Wellen kann man bei einem Spaziergang am Strand wunderbar genießen.

Flamingos
Salines-de-Giraud
Sumpfgebiet
Etang de Vaccarès
Am Mittelmeer